Schlechter Schüler und deshalb sechs Jahre als Elektromonteur tätig. Dann aber erfolgreich jeden Abend die Volkshochschule absolviert und zum Studium zugelassen. Sechs Jahre als Student bzw. Forschungsstudent Ökonomie und Philosophie in Leipzig und Berlin studiert; Zeugniszettel bekommen: Staatsexamen Pädagogik, Hochschulökonom, Dr. rer. oec.
Als Politologe und Historiker an Instituten und Akademien unwirksam, als Hochschullehrer wirksam. Als Innovationsmanager für kleine und mittlere Unternehmen und schließlich mit eigener Firma und hilfreichen Angestellten in der Region Berlin-Brandenburg zugange.
Nebenher immer als Wissenschaftspublizist, als Autor für Funk & Fernsehen in ganz unterschiedlichen Genres – Drehbücher für Filme, Skripte für Kindersendungen – gearbeitet. Krönung war die große Kulturgeschichte der Hugenotten, fein bebildert, sorgfältig editiert, in fremde Sprachen übersetzt.
Ab 2015 nur noch zur eigenen Lust als Autor tätig und dabei bleibt es…

www.klausbrandenburg.info

Bibliographie

Die Ritter vom Rabenstein – vom Sinn, 2021
Die Ritter vom Rabenstein – vielerlei Ängsten, 2020
Die Ritter vom Rabenstein – Lügen, immer wieder Lügen, 2020
Die Ritter vom Rabenstein – das Geld, das Geld, 2020
Die Ritter vom Rabenstein – vom Umgang miteinander, 2020
Leute gibt’s (II). Biografische Geschichten, 2019
Meine Gartenleben, 2019
Das Buch Barbara. Eine Liebesgeschichte für wirklich Erwachsene, 2019
Neue Lügengeschichten des Freiherrn von Münchhausen, 2019
Leute gibt’s (I). Biografische Geschichten, 2018
Merkwürdige Miniaturen. Irreguläre Gedanken, 2018
Das Buch der Riesen (Geschichten für Groß und Klein), 2017
Geschichten aus der Murmelkiste (II) (Kindergeschichten), 2016
Geschichten aus der Murmelkiste (I) (Kindergeschichten), 2015
De Hugenoten, 1992
Hugenotten – Geschichte eines Martyriums, 1990
Hugenotten in Berlin. (Autorengemeinschaft), 1988

Klaus Brandenburg liest aus Leute gibt’s. Geschichten zu Brandenburger Persönlichkeiten, erschienen bei BoD Norderstedt.

Textprobe

Fürst Putjatin (1749 – 1830)
Großschirmige Mütze, blaue Brille, langer Überrock. Am silbernen Haken ein pompöser Schirm, der bei Regen wie ein Zelt mit Klarsichtfenster um ihn gebreitet ist. Extravagant, aber hilfreich. Am anderen silbernen Haken eine Schalmei, mit der er seine Möpse ruft. Die manchmal kommen, manchmal aber auch nicht, was ihn nicht stört. Warum sollen sie nicht auch unabhängig leben?
Dieser Fürst hatte entdeckt, daß im gewöhnlichen Brot ein Gift enthalten ist. Zwar chemisch noch nicht nachweisbar, aber gleichwohl wirksam. Was man an dem wunderlichen, ja abstoßenden Verhalten der Stadtmenschen beobachten kann: ihrer Gereiztheit im Straßenverkehr, ihrem Groll beim Bezahlen auch kleinster Rechnungen, ihrer Unlust, anderen freundlich zu sein.
Um diesem Brotgift entgegen zu wirken, hatte Fürst Putjatin lange Jahre aufs Brotessen verzichtet. Später Brot nur gebrockt in Suppe genossen. Froh war er erst geworden, als er entdeckt hatte, dass Pasteten aus Brotteig einigermaßen bekömmlich waren. Doch dies setzte einige Vorbereitungen in der Küche voraus, da der Brotteig einer speziellen Behandlung unterworfen werden musste. Solche Maßnahmen konnte er in minderbemittelten Haushalten nicht erwarten und die reichen Häuser, die anfangs belustigt seinen Anforderungen gerecht zu werden versuchten, erlahmten in ihrem Eifer bald. Aller Sorgen ledig wurde der Fürst erst, als er auf Schiffszwieback stieß und erkannte, dass zweifach gebackenes Brot ungefährlich wurde. Das Vertrauen in dieses Backwerk wurde noch gefestigt, als er bei Seeleuten allerlei Unarten entdeckte, nie aber die toxischen Symptome des Brotgifts.
So umgürtete er seinen Hals noch mit einem dritten silbernen Haken, an dem ein Brotröster hängt. Schnell vergisst man sein ungewöhnliches Aussehen, wenn er bei Tische unterhaltsam mit allen plaudert. Von seiner Kutsche berichtet, die er mit Kühlung mittels Blasebälgen für heiße Sommerfahrten und mit Heizung für die strenge Kälte ausgerüstet hatte. Auch war sie auf seine Weisungen so umgebaut worden, dass er in ihr bequem schlafen konnte, wenn sein Tagesziel noch nicht erreicht war und kein Gasthof in der Nähe oder seine Zustimmung gefunden hatte. Für seine Studien an Kanälen und Schleusen hatte er einen Arbeitsplatz in seiner Kutsche, sodass die fachkundigen Studien zumeist und direkt an den künstlichen Wasserstraßen entstanden waren. Doch verzichtete er auf einen Ruf aus Sankt Petersburg, wo man sich seiner Expertise versichern wollte. Und mit Wohlgefallen hörten seine hiesigen Gesprächspartner das Lob der Dresdner Kultur, auf die er nicht verzichten wollte…